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6.10.2017

BLITZ INTERVIEW MIT THORSTEN HELBIG, PARTNER BEI KNIPPERS ADVANCED ENGINEERING

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BLITZ INTERVIEW MIT THORSTEN HELBIG, PARTNER BEI KNIPPERS ADVANCED ENGINEERING

ETEM: Warum haben Sie gewählt, Ingenieur/Architekt zu werden?
 
T.H.:  Es ist bewundernswert, wie du die die Realisierung einer Idee, die in einer einfachen Skizze oder in einem Muster enthalten ist, verfolgen kannst. Nachdem ihnen der letzte Schliff gegeben wurde und sie in den Prozess eingeführt worden sind, siehst du am Ende, wie die Dinge eine Realität geworden sind. Der Beitrag des Architekten oder des Ingenieurs ist bei der Bauausführung mehr als offensichtlich.

ETEM: Welche Tendenzen gibt es bei den Fassaden zur Zeit?

T.H.: Wir interessieren uns für den weiteren Progress bei Errichtung der „Außenhülle“ des Gebäudes. Die Fassade samt ihren einzelnen Systemen muss bestimmten Anforderungen im Zusammenhang mit den Betriebseigenschaften entsprechen.

ETEM: Wie würden Sie Ihren eigenen Stil  präsentieren?

T.H.: Meine Interessen sind zu vielversprechenden und kuriosen Architekturprojekten gerichtet, dabei übernehme ich gerne die Erforschung der Neuerungen im Projektieren. Ich bin nicht der Meinung, dass die Architekten ihren Stil in einem Rahmen setzen müssen, obwohl die Ambitionen vieler Kollegen darin bestehen, einem bestimmten Arbeitsmodell zu folgen. Wir, als Projektanten, üben einen Einfluss auf den Arbeitsprozess aus und manchmal trägt gerade das zum Prozess der Projektdurchführung bei.
 
ETEM: Welches der von Ihnen entworfenen Projekten war eine besondere Herausforderung für Sie und warum?

T.H.: Das derzeitige Projekt. Anderseits denke ich an Terminal 3 des Flughafens in Shanghai, den wir gemeinsam mit Architekt Massimiliano Fuksas entworfen haben. Das war das großartigste Projekt vom Gesichtspunkt der Integration. Zweifellos war es das umfassendste Projekt an dem unser Team beteiligt war. Trotzdem hatten wir am Ende eine vollständig vollendete Fassade und Struktur. Das Projekt „Shanghai“ hat außerdem unserem Team geholfen, sich weiterzuentwickeln sowie unsere Vorgehensweise bei Arbeit an komplexen Projekten festzulegen.
 
ETEM:  Wenn wir den Zustand unseres Planeten, bezogen auf den Klimawandel, in Betracht ziehen, gibt es nicht wenig pessimistisch eingestellte Menschen. Wie stellen Sie sich die städtische Bebauung in Zukunftsplan vor?

T.H.: Es scheint, dass wir heutzutage über eine globale Tendenz zur Erhöhung der Bevölkerungsdichte sprechen können. Das macht eine Reduktion der Kohlenstoffabdrücke der einzelnen Individuen, die im städtischen Raum leben, erforderlich. Die Einführung neuer Baumaterialien und auch die fortgeschrittenen Fassadensysteme, könnten diesbezüglich viel beitragen. Die modernen Gebäude müssen eher als einheitliche Systeme, eingebaut in einem merklich größeren Stadtnetz, betrachtet werden.

ETEM: Der Fortschritt des Engineering und die Entdeckung neuer Rohstoffe in den letzten 10 Jahren sind unermesslich. Wenn man das in Betracht zieht, gibt es immer noch Modelle und Konstruktionen, die schwer unter den Bedingungen der gegenwärtigen modernen Technologien, realisierbar sind?

T.H.: Zurzeit machen wir Experimente und erforschen die Arbeit mit Rohstoffen wie GFRP, CFRP und Beton mit Textilfaserbewehrung. Für uns ist es interessant zu verstehen, wie ähnliche Kompositwerkstoffe verwendet werden können, damit eine höhere Produktivität und Effizienz im Vergleich mit den traditionellen Werkstoffen zu erzielen ist. Wir haben die erste Betonbrücke, die mehr als 15 m lang ist, aufgebaut, deren Verstärkung aus Kohlenstofffasern ausgeführt ist, ohne dabei zusätzliche Stahlbewehrung einsetzen zu müssen. Die Dicke im „Bereich der Plattform“ beträgt 70-90 mm. Wir haben geschafft, vollständig den Stahl zu ersetzen und damit werden praktisch eventuelle Korrosionsprobleme vermieden.
Die reduzierte Betonmenge und die um 2/3 verminderte Menge des Zements konnte man mit einer Betonbrücke mit Stahlbewehrung vergleichen. Das hat seinerseits zu signifikanter Reduktion der Kohlenstoffabdrücke und zu „Einbauenergie“ geführt. Wir sind an einer weiteren potenzieller Entwicklung ähnlicher Materialien interessiert, die zur Reduktion der Kohlenstoffabdrücke in den bebauten Flächen führt.

ETEM: Was raten Sie jungen Architekten?

T.H.: Seien Sie „Teenager“ in Ihrem Beruf, seien Sie neugierig, nehmen Sie nicht die aufgesetzten Limite an. Die Innovation kann nur durch Übernahme von Risiken entdeckt werden und durch Verlassen der Komfortzone im Falle, wenn sich Ihre Vorgehensweise auf einem tiefen Verständnis für die modernen Technologien und die Betriebseigenschaften der Rohstoffe stützt.   

ETEM: Was können wir von Ihnen in der nächsten Zeit erwarten?

T.H.: Ich bin ungeduldig, das neue Akademie Museum von Motion Pictures, LA, zu sehen, in diesem Zusammenhang war ich Partner des Teams von Renzo Piano für den Start der Bauarbeiten im nächsten Jahr. Zur Zeit freuen wir uns sehr über den bevorstehenden Beginn zur Ausführung des Entwurfs für 4 ziemlich robuste, integrale Holzbrücken in Stuttgart, Deutschland. Momentan entwickeln wir das Konzept, nach dem die Möglichkeit zur Speicherung  von Kohlendioxid für eine Frist von mehr als 5 Jahren bestehen wird. Diese 4 Brücken werden die ersten dieser Art sein!

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